Vernetzungsanlass Forum Schreiben 2026
Didaktischer Umgang mit Herausforderungen in der Vermittlung wissenschaftlichen Schreibens
Am Montagnachmittag, 23. November 2026, lädt das Forum Schreiben zum Vernetzungsanlass an der Universität Freiburg (Schweiz) ein.
Das Erlernen des wissenschaftlichen Schreibens gehört neben fachspezifischen Inhalten zu den zentralen Aspekten des Studiums an Universitäten und Hochschulen. Dabei können unterschiedliche Herausforderungen auftreten, beispielsweise bezüglich der Struktur wissenschaftlicher Arbeiten, sprachlicher Besonderheiten der Wissenschaftssprache oder des Umgangs mit KI. Manche dieser Aspekte werden durch sprachliche Schwierigkeiten zusätzlich verstärkt, z. B. beim Studium in einer Fremd- oder Zweitsprache. In der Praxis existieren dafür unterschiedliche Lösungsansätze.
Unser Vernetzungsanlass beleuchtet die theoretischen Hintergründe dieser Ansätze, ermöglicht praxisnahe Einblicke in die Schreibdidaktik und bietet Gelegenheit, sich über eigene Erfahrungen und Lösungsansätze auszutauschen. Dabei sollen unter anderem folgende Fragen diskutiert werden: Welche Praxisansätze gibt es bezüglich der Einführung ins wissenschaftliche Schreiben? Auf welcher theoretischen Grundlage bauen diese auf? Welche Schwierigkeiten können sich ergeben? Wie gehen wir mit zusätzlichen Herausforderungen um, die durch KI oder erschwerenden Bedingungen entstehen können (z. B. unzureichende Sprachkenntnisse)?
Eckdaten
Datum: Montag, 23. November 2026
Ablauf:
16.00 bis 19.00 Uhr: Vorträge und Diskussion sowie Erfahrungsaustausch
17.30 bis 19.00 Uhr: Apéro, Vernetzung und informeller Austausch
Ort: Universität Fribourg/Universität Freiburg, Site Miséricorde, MIS 03, Raum 3118 (ca. 5-10 Min zu Fuss vom Bahnhof Freiburg/Fribourg)
Zielgruppe: Mitglieder des Forum Schreiben und weitere Interessierte
Kosten: Die Teilnahme ist kostenlos
Anmeldung: ist ab Oktober über diese Website möglich
Referierende
Dr. Alex Rickert & David Romero (PH Zürich), Prof. Robert Leucht (Université de Lausanne), Prof. Juliane Schröter (Université de Genève)
Abstracts der Beiträge
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Referenten: Der Alex Rickert und David Romero, PHZH
Studierende an Pädagogischen Hochschulen verfassen im Verlauf ihres Studiums eine Vielzahl von Texten. Mit der Bachelor- oder Masterarbeit sind sie jedoch mit einer komplexen wissenschaftlichen Lese- und Schreibaufgabe konfrontiert, auf die sie im Studium kaum systematisch vorbereitet wurden.
Der Beitrag thematisiert Herausforderungen, die sich aus dem Zusammenspiel wissenschaftlichen Lesens und Schreibens ergeben, etwa bei der Auswahl und Organisation relevanter Informationen sowie beim Herstellen von Bezügen zwischen wissenschaftlichen Quellen im eigenen Text. Anhand des Ratgebers «Schreiben auf Kurs» wird gezeigt, wie Studierende dabei unterstützt werden können und wie Mustertexte ihnen als strukturelle und sprachliche Orientierung für das eigene wissenschaftliche Schreiben dienen. Dabei wird auch der reflektierte Einsatz KI-gestützter Werkzeuge punktuell aufgegriffen.
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Referent: Robert Leucht, Université de Lausanne
In den letzten Jahren ist in der germanistischen Literaturwissenschaft ein neues Interesse an der Praxeologie erwacht (vgl. Spoerhase/ Martus 20222). Literaturwissenschaftliche Arbeit praxeologisch zu betrachten, bedeutet den Fokus auf die werktägliche Arbeitspraxis von Literaturwissenschaftler:innen zu legen und der Fülle an Aktivitäten Rechnung zu tragen, die diese ausführen. Das Interesse gilt dabei weniger der aussergewöhnlichen wissenschaftlichen Leistung als den ›kleinen‹ sich wiederholenden, routinierten, typisierten Praktiken.
Für den Kurs Literaturwissenschaftliches Schreiben, der seit einigen Jahren an der Section d'allemand der UNIL unterrichtet wird, bieten die Überlegungen der Praxeologie den theoretischen Hintergrund. Der Kurs geht mit der Praxeologie davon aus, dass das wissenschaftliche Schreiben ein Bündel einzelner, aufeinander fußender Aktivitäten umfasst, die es zu erlernen, wiederholen und festigen gilt.
In meinem Vortrag möchte ich in einem ersten Schritt den theoretischen Hintergrund der Praxeologie skizzieren, um in einem zweiten Schritt praxisnahe Einblicke in den Kurs zu geben. Dabei möchte ich die folgenden, im Kurs vermittelten Aktivitäten genauer beleuchten: das Finden und Formulieren einer wissenschaftlichen Frage; das Strukturieren des Schreibprozesses (Schreibtypen); sowie die Frage der Orte und Räume des Schreibens. Anhand dieser drei Schlaglichter möchte ich auch die Potenziale und Grenzen der Praxeologie für die Vermittlung literaturwissenschaftlichen Schreibens erläutern.
Literatur
Carlos Spoerhase, Steffen Martus: Geistesarbeit. Eine Praxeologie der Geistesarbeit. Frankfurt a./M: Suhrkamp 2022.
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Referentin: Juliane Schröter, Université de Genève
Das Erlernen des wissenschaftlichen Schreibens verändert sich mit der Verfügbarkeit von Werkzeugen der generativen künstlichen Intelligenz (KI). In diesem Kurzvortrag wird gezeigt, wie die Universität Genf und insbesondere die linguistische Abteilung ihres Département de langue et de littérature allemandes mit den neuen Möglichkeiten und Herausforderungen umgeht, die dadurch entstehen. Beispielhaft präsentiert werden die universitätsweiten Regeln und Angebote zu generativer KI, die fakultären Vorgaben und didaktischen Empfehlungen dazu sowie vor allem die darauf aufbauende didaktische Praxis, d. h. die Heranführung der Studierenden an einen verantwortungsbewussten Umgang mit generativer KI. Vorgestellt werden allerdings nicht nur die bereits gefundenen Antworten, sondern auch die verbleibenden offenen Fragen.
Gemeinsame Tagung von gefsus, GewissS und Forum Schreiben - Call for Contributions
Die trinationale Tagung “Theorien des Lesens und Schreibens aufdecken - verbinden- weiterentwickeln” findet vom 1. bis 2. September 2027 in Frankfurt am Main am Campus Westend statt.
Einreichungen sind voraussichtlich ab Herbst 2026 möglich.
“The Sentimental Value of Writing” (EATAW conference 2027) - Call for Papers
Wir möchten auf den folgenden Call for Papers aufmerksam machen:
“[…] we invite participants to use the EATAW 2027 conference as a forum for developing, challenging, and refining ideas that can guide our response to the profound changes reshaping writing today. We seek conversations that position literacy, culture, and human agency at the center of debates about writing. While technological innovation has largely been interpreted through the lens of computer science, the time has come for disciplines such as rhetoric and composition, writing studies, writing science, second language learning, and applied linguistics to contribute their own perspectives. Together, we can help shape a more balanced understanding of academic writing in a much broader intellectual, social, and cultural landscape.
We expect conceptually and methodologically well-founded contributions that will lead to a better understanding of whose writing is valued and how writing is valued. The topic has strong resonance with authorship, identity, alignment, emotions, and GenAI.”
Die EATAW Converence wird vom 1. bis 3. Juli 2027 in Skopje ausgetragen.
Rückblick auf den 2. Schweizer Schreibtag 2025
«Trends und Perspektiven des Schreibens – Schreibprozesse zukunftsorientiert begleiten»
Präsentationsfolien zur Keynote: Die rasante Verfertigung der Gedanken beim Schreiben. KI und die Automatisierung der Textproduktion (Prof. Dr. Katrin Lehnen, Universität Gießen)
Aufzeichnung Gespräch zum 20-Jahr-Jubiläum: Dr. phil. Carina Gröner (HSG Writing Lab) und Prof. Dr. Stefan Keller (PHZH); Moderation: Fabio Sandmeier (Hochschule Luzern)
Am 10. September 2025 fand an der Pädagogischen Hochschule Zürich der
2. Schweizer Schreibtag statt.
Unter dem Motto «Trends und Perspektiven des Schreibens – Schreibprozesse zukunftsorientiert begleiten» kamen rund 63 Teilnehmende aus der ganzen Schweiz sowie aus Deutschland und Österreich zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen rund ums Schreiben auszutauschen.
Die Stimmung war positiv, der Austausch intensiv und bereichernd. Besonders grossen Anklang fand die Keynote von Katrin Lehnen, die eindrücklich zeigte, wie sich Autorschaft, Textproduktion und Schreibdidaktik im Zeitalter künstlicher Intelligenz verändern.
In den Workshops von Christine Bärtsch, Benjamin Haymond, Stefan Keller, Alex Rickert und Martin Businger wurden Themen wie KI-gestütztes Schreiben, Feedbackkultur und Authentizität im wissenschaftlichen Schreiben vertieft. Das Panelgespräch mit Carina Gröner und Stefan Keller, moderiert von Fabio Sandmeier, bot weitere Denkanstösse zur Zukunft des Schreibens.
Neben dem inhaltlichen Programm war der Schreibtag auch ein Jubiläum:
20 Jahre Forum Schreiben. In einem Rückblick erinnerte Vorstandsmitglied Mirëlinda Shala an die Gründung im Jahr 2005 sowie an die Anfänge des Vereins als Plattform für wissenschaftliches Schreiben und an die kontinuierliche Weiterentwicklung hin zu einem trinationalen Netzwerk.
Ein grosser Dank geht an alle, die zum Erfolg des 2. Schweizer Schreibtags beigetragen haben:
Vorstand Forum Schreiben: Christine Bärtsch, Simone Karras, Benjamin Haymond und Mirëlinda Shala
Pädagogische Hochschule Zürich: Alex Rickert für die hervorragende Zusammenarbeit und Gastfreundschaft
Alle Referent:innen, Moderator:innen und Helfer:innen für ihr Engagement, ihre Expertise und die reibungslose Durchführung
Alle Teilnehmenden für ihre Beiträge, ihr Interesse und die lebendige Diskussionskultur
Der Tag hat gezeigt: Schreiben bleibt ein lebendiger, gemeinsamer Prozess, auch (und gerade) im digitalen Wandel.
Seit 20 Jahren bringt das Forum Schreiben Menschen zusammen, die Schreiben lehren, erforschen und fördern. Mit Stolz blicken wir auf die gemeinsame Erfolgsgeschichte zurück und schauen mit Zuversicht auf die nächsten inspirierenden Schreibtage.
JoSch - Journal für Schreibwissenschaft 1/2025
Franziska Liebetanz, Leonardo Dalessandro, Nicole Mackus, Özlem Alagöz-Bakan (Hg.)
Ausgabe 29: The Future of Writing Centers in Europe – looking back and forward
JoSch - Journal für Schreibwissenschaft 1/2025
Beschreibung:
In June of 2024, the Regional Writing Centre at the University of Limerick, Ireland, hosted the European Writing Centers Association (EWCA) bi-annual conference on the theme: "The Future of Writing Centers".
In the new transformative phase in the age of AI, we have the chance to shape our image and to reinvent ourselves by strengthening what a new writing center generation is about, starting in the 1970s in the US and in the 1990s and 2000s in Europe: the writer and all the skills that are being acquired by going through the cognitively and emotionally complex (multilingual) writing process.
Link zur Verlagsseite
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24. April 2024
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